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Recht und Gesetz

Ärztliche Schweigepflicht

Die Verschwiegenheitspflicht von Ärzten und somit auch von Psychiatern und Psychologen dient in erster Linie dazu, den Patienten zu ermutigen, sich ohne Zurückhaltung den ausgewählten Ärzten und Pflegepersonen anzuvertrauen. Gerade im Bereich von psychischen Krankheiten kann diese Schweigepflicht zu bizarren Konstellationen führen, wenn z.B. der psychisch Kranke Patient nach einem Schub aus dem Klinikaufenthalt in die familiäre Umgebung entlassen wird, er dieser aber aus krankhaften Gründen wie beispielsweise Verfolgungswahn, nicht mitteilt, wie es ihm geht und wie die Familie sich verhalten kann. Die VASK arbeitet stets daran, die Zusammenarbeit von Ärzten und Angehörigen zu optimieren, ohne dass dabei Recht oder Berufsethos verletzt werden müssen.

-> Lesen Sie mehr dazu: www.jungfrauzeitung.ch

Der Arzt kann mit einer Patientenverfügung von seiner Schweigepflicht entbunden werden.

 

Fürsorgerischer Freiheitsentzug (FFE)

Gefährdet eine psychisch kranke Person sich selbst oder ihr Umfeld und kann die persönliche Fürsorge nicht mehr gewährleistet werden, darf sie vorübergehend auch gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden.

Was ein Angehöriger einer psychisch kranken Person jedoch emotional miterlebt, kann nicht in Gesetzestexten erfasst werden. Die einschneidenden Erfahrungen und Gedanken sind ein häufiges Thema in den Selbsthilfegruppen der VASK.

 

Mündigkeit / Entmündigung

Der Art. 369 ZGB regelt die Vormundschaft psychisch kranker Personen:
Art. 369

1
Unter Vormundschaft gehört jede mündige Person, die infolge von Geisteskrankheit oder Geistesschwäche ihre Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag, zu ihrem Schutze dauernd des Beistandes und der Fürsorge bedarf oder die Sicherheit anderer gefährdet.
2
Die Verwaltungsbehörden und Gerichte haben der zuständigen Behörde Anzeige zu machen, sobald sie in ihrer Amtstätigkeit von dem Eintritt eines solchen Bevormundungsfalles Kenntnis erhalten.
(Quelle: http://www.admin.ch/ch/d/sr/2/210.de.pdf)

In der Schweiz gibt es Vormundschaftsbehörden, deren genaue Ausgestaltung den Kantonen überlassen bleibt. Derzeit (Anfang 2009) wird in der Schweiz an einer Gesamtrevision des Vormundschaftsrechtes gearbeitet. Es soll ein abgestuftes System von Schutzinstituten eingeführt werden.
Neben der vollständigen Entmündigung besteht auch die Möglichkeit, der Person einen Beistand zuzuerkennen, der für einen Teil ihrer Geschäfte verantwortlich ist, ohne dass die Person deswegen als unmündig betrachtet wird (Art. 367 ZGB).
(Quelle: www.wikipedia.ch)

Art. 367
1
Der Vormund hat die gesamten persönlichen und vermögensrechtlichen Interessen des unmündigen oder entmündigten Bevormundeten zu wahren und ist dessen Vertreter.
2
Der Beistand ist für einzelne Geschäfte eingesetzt oder mit Vermögensverwaltung betraut.
3
Für den Beistand gelten, soweit keine besonderen Vorschriften aufgestellt sind, die Bestimmungen dieses Gesetzes über den Vormund.
(Quelle: http://www.admin.ch/ch/d/sr/2/210.de.pdf)

-> Weiterführende Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Vormundschaft_(Schweiz)

 

Patientenverfügung

Mit einer Patientenverfügung, die von der betroffenen Person im urteilsfähigen Zustand erstellt wurde und somit rechtverbindlich ist, können Ärzte und Pflegepersonal von der Schweigepflicht entbunden werden und Angehörige in den Behandlungsverlauf einbezogen werden.
Vorlagen für die spezielle Situation von psychisch Kranken bieten die VASK Zürich oder die Pro Mente Sana.

-> Vollmachtserklärung der VASK Zürich als pdf zum download
-> www.promentesana.ch

 

Aktualisiert: 30. Mai 2017