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Mit psychisch Kranken umgehen

Regeln für Angehörige
- Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, sei es in der Betreuung oder bei der Verarbeitung Ihrer Erlebnisse
- Reden Sie offen über Ihre Gefühle, Ängste und Erlebnisse (z.B. in einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe)
- Nehmen Sie sich Auszeiten!
- Bleiben Sie sich in jeder Situation bewusst, dass die Gedankengänge Ihres Angehörigen für Sie nicht immer nachvollziehbar sein können.

Zwiespalt der Gefühle
Es ist normal, dass Sie als Angehörige(r) herauszufinden versuchen, wann in der Erziehung/ im Zusammenleben etwas schief gelaufen ist, besonders wenn Ihr Kind oder Ihr Partner davon betroffen ist.
Wichtig ist es, dass Sie diese Gedanken nicht überhand nehmen lassen, denn Sie sind nicht für das Auslösen der Krankheit. Obwohl noch nicht die Ursprünge aller Krankheiten erfasst werden konnten, zeigt doch die Vielseitigkeit der Lebensumstände, des Bildungsgrades, der sozialen und finanziellen Situation, des Alters und des sonstigen Gesundheitszustandes, in denen psychische Krankheiten aufgetreten sind, dass nicht Partner, Eltern oder Kinder „Schuld“ haben am Ausbruch der Krankheit.
Sprechen Sie über diesen Zwiespalt Ihrer Gefühle!
Es ist auch normal, dass Sie nicht jeden Tag gleich auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen eingehen können. Es gibt Tage, an denen Sie vergleichsweise verständnisvoll reagieren können, es gibt andere, an welchen Sie selbst auch nicht mehr mögen und weniger Verständnis aufbringen können. Das ist Ihr Recht, denn Ihr Wohlbefinden ist nicht an jenes Ihres Angehörigen gekoppelt.
Nehmen Sie sich Ihre Auszeiten!
Die Selbsthilfe-Gruppen der regionalen Vereinigungen bieten Ihnen die Möglichkeit, sich unter Gleichgesinnten auszutauschen und neue Kraft zu schöpfen.

Belastung der Angehörigen
Die Belastung, der ein Angehöriger einer psychisch kranken Person ausgesetzt ist, ist enorm. Nicht nur die ständigen Zweifel und auch ein „Nicht-an-ihn-Herankommen“ nagen täglich an der einst gesunden Beziehung zum Partner, Elternteil oder Kind.
Es sind auch oft die pflegerischen Aufgaben, die viel Zeit und Energie verschlingen. Auch ein finanzieller Zustupf da und dort in die Kasse des IV-Bezügers kann eine Belastung sein. Und nicht immer verhält sich der Kranke so dankbar, wie man es hofft.
Hinzu kommen Ängste, wie man im Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch im Arbeitsumfeld mit dieser Situation umgehen soll. Leider ist es immer noch nicht so, dass über eine psychische Erkrankung wie über ein körperliches Leiden gesprochen werden kann: verständnisvoll und defensiv. Da psychische Krankheiten bei Aussenstehenden noch viel zu oft Szenen aus gruseligen Irrenhaus-Filmen hervorrufen, erleben viele Angehörige, dass zu Ihnen Abstand genommen wird, wenn sie sich vertrauensvoll an Bekannte wenden.
Gegen dieses Stigma arbeitet die VASK in ihrer täglichen Arbeit.
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