Belastung (Fortsetzung)

Angehörige tun sich schwer, die Krankheit zu akzeptieren. Sie schwanken zwischen Verständnis und Zweifel und zwischen Hoffnung und Zukunftsangst. Glücklicherweise kann die Krankheit in vielen Fällen günstig verlaufen. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Patienten erleidet jedoch Rückfälle oder bleibt dauerhaft beeinträchtigt.

 Eine Reihe von Belastungen machen den Nahestehenden das Leben schwer:

Emotionale Belastungen

  • Unsicherheit bezüglich des Umgangs miteinander

  • Angst vor erneuten Krisen

  • Angst, Fehler zu machen

  • Schuld- und Schamgefühle

  • Hoffnungslosigkeit

  • Verantwortungsdruck

  • Unterschiedliches Krankheitsverständnis in der Familie

  • Sorge um die Zukunft
     

Symptombedingte Belastungen

  • Rückzug und Motivationslosigkeit

  • Überaktives Verhalten

  • Niedrige Frustrationstoleranz

  • Wahnvorstellungen

  • Zwangssymptome

  • Gefühlsverflachung

  • Vernachlässigung der körperlichen Hygiene
     

Soziale Belastungen

  • Benachteiligung im Beruf

  • Verlust von Freunden

  • „Angebunden sein“
    Gefahr der Vereinsamung
     

Finanzielle Belastungen

  • Finanzielle Unterstützung des Erkrankten

  • Heranziehung der Angehörigen zu Sozialhilfeleistungen (Unterhaltspflicht)

  • Betreuung und Pflege zwingt zur Aufgabe des eigenen Berufs
     

Belastungen aufgrund von Versorgungsdefiziten

  • Mangel an Informationen für Angehörige

  • Fehlende Unterstützung der betreuenden Familien

  • Behandlungsabbrüche aufgrund langer Wartezeiten


Quelle: Landesverband Bayer der Angehörigen psychisch Kranker e.V.

 

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Aktualisiert: 14. August 2014